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Periorale Dermatitis: Ursachen, Symptome und Behandlung

Close-up of a young woman's face showing symptoms of perioral dermatitis, characterized by small red bumps and irritation clustered around her mouth and chin

Index

Die periorale Dermatitis, umgangssprachlich auch Mundrose genannt, ist eine entzündliche Hauterkrankung rund um den Mund. Ähnliche Ausschläge können auch um Nase und Augen auftreten. Fachleute sprechen deshalb auch allgemeiner von einer periorifiziellen Dermatitis.

Die Erkrankung ist weder ansteckend noch gefährlich. Ohne geeignete Behandlung kann sie jedoch Wochen oder Monate anhalten.

Die periorale Dermatitis ist:

  • nicht ansteckend,
  • nicht die Folge mangelnder Hygiene,
  • in der Regel nicht gefährlich,
  • meist nicht mit einer Allgemeinerkrankung verbunden.

Was ist eine periorale Dermatitis?

Die periorale Dermatitis ist eine chronische Entzündung, die vor allem um den Mund herum auftritt. Typisch sind Gruppen kleiner Knötchen, sogenannter Papeln. Manche enthalten Flüssigkeit oder Eiter und erinnern an winzige Pickel.

„Perioral“ bedeutet „um den Mund herum“. Der Ausschlag kann aber auch andere Bereiche des Gesichts betreffen:

Begriff

Betroffener Bereich

Periorale Dermatitis

Rund um den Mund

Perinasale Dermatitis

Rund um die Nasenlöcher

Periokuläre Dermatitis

Rund um die Augen

Periorifizielle Dermatitis

Oberbegriff für eine oder mehrere Gesichtsöffnungen

Ein schmaler Hautsaum direkt am Lippenrand bleibt häufig frei. Dieses Muster hilft, die periorale Dermatitis von anderen Erkrankungen zu unterscheiden. Betroffen sein können Menschen jeden Geschlechts, Alters und Hauttyps. Am häufigsten tritt sie bei jungen Frauen und Frauen mittleren Alters auf, aber auch Kinder und Männer können erkranken.

Wie sieht eine periorale Dermatitis aus?

Auf heller Haut wirkt die Entzündung rosa oder rot. Auf brauner oder schwarzer Haut ist die Rötung weniger sichtbar, und die betroffene Stelle kann dunkler, violett oder gräulich erscheinen. Schmerzen sind eher ungewöhnlich. Typischer sind Brennen, Trockenheit, Empfindlichkeit und ein Spannungsgefühl.

Häufige Merkmale:

  • Gruppen kleiner, fester Knötchen
  • rote, rosa, hautfarbene, bräunliche oder violette Papeln
  • vereinzelte Pusteln mit etwas Eiter
  • trockene oder schuppende Haut
  • geröteter oder verfärbter Untergrund
  • Brennen oder Stechen
  • Spannungsgefühl und Empfindlichkeit
  • leichter Juckreiz
  • ein freier Hautstreifen direkt am Lippenrand

Kann sich die periorale Dermatitis ausbreiten?

Der Ausschlag kann sich nach und nach auf Nase, Kinn, Wangen oder die Augenregion ausdehnen. Dabei breitet sich die Entzündung aus, nicht etwa eine Infektion.

Der Ausschlag kann sich ausdehnen auf:

  • die Nasenflügel,
  • die Falten zwischen Nase und Mund,
  • das Kinn,
  • die Unter- oder Oberlider,
  • die Wangen,
  • in ausgeprägten Fällen die Stirn.

Was sind die Ursachen einer perioralen Dermatitis?

Die genaue Ursache ist noch nicht vollständig geklärt. Vermutlich wird die periorale Dermatitis nicht bei allen Betroffenen durch denselben Faktor ausgelöst.

Studien deuten darauf hin, dass eine gestörte Hautbarriere die Haut anfälliger für Reizungen macht. Trockenheit und Spannungsgefühl verleiten dann dazu, immer mehr Cremes oder Kosmetika aufzutragen. So entsteht ein Teufelskreis aus Okklusion und weiterer Reizung.

Verschiedene Einflüsse und individuelle Faktoren werden mit der Erkrankung in Verbindung gebracht.

Topische Kortikosteroide

Die Anwendung von Kortisoncremes im Gesicht gilt als der am besten belegte Zusammenhang. Solche Cremes können die Rötung zunächst unterdrücken, sodass der Ausschlag besser aussieht. Bei fortgesetzter Anwendung oder nach dem Absetzen kann er jedoch zurückkehren oder sich verschlimmern.

Dieser Kreislauf führt oft dazu, dass Betroffene die Creme erneut auftragen. Auf eine kurze Besserung folgen dann immer wieder neue Schübe.

Verschreibungspflichtige und frei verkäufliche Kortisonpräparate sollten ohne ärztlichen Rat nicht wiederholt auf einen unklaren Gesichtsausschlag aufgetragen werden.

Inhalative und nasale Kortikosteroide

Kortison in Asthmasprays oder Nasensprays kann gelegentlich eine Rolle spielen, wenn das Medikament oder das Gerät immer wieder mit der Haut um Mund oder Nase in Kontakt kommt.

Medizinisch notwendige inhalative, nasale oder orale Kortisonpräparate dürfen nicht ohne Rücksprache mit der verordnenden Ärztin oder dem verordnenden Arzt abgesetzt werden. Es kann sinnvoll sein, nach der Anwendung den Mund auszuspülen und die betroffene Gesichtshaut sanft zu reinigen.

Kosmetika und Hautpflegeprodukte

Folgende Produkte können die Beschwerden verstärken:

  • reichhaltige Feuchtigkeitscremes
  • okklusive Salben
  • Gesichtsöle
  • Make-up und Concealer
  • viele übereinander aufgetragene Pflegeprodukte
  • parfümierte Produkte
  • aggressive Reinigungsprodukte
  • mineralische oder stark okklusive Sonnenschutzmittel
  • Peeling-Säuren
  • Retinoide
  • Peelings und Reinigungsbürsten

Das heißt nicht, dass jedes Kosmetikprodukt eine periorale Dermatitis auslöst. Das Problem kann an einem einzelnen Inhaltsstoff liegen, an zu vielen Pflegeschichten, an Okklusion oder an einer bereits geschädigten Hautbarriere.

Hormonelle und umweltbedingte Einflüsse

Manche Patientinnen berichten über Schübe in der Schwangerschaft, vor der Menstruation oder bei hormoneller Verhütung. Auch Hitze, Wind und UV-Strahlung können die Beschwerden verstärken.

Diese Beobachtungen belegen keine allgemeingültige hormonelle Ursache. Sie können aber erklären, warum sich die Erkrankung bei manchen Menschen im Laufe der Zeit verändert.

Atopische oder empfindliche Haut

Menschen mit Neurodermitis, Allergien oder allgemein empfindlicher Haut reagieren möglicherweise stärker auf eine gestörte Hautbarriere und auf Reizungen. Dennoch ist die periorale Dermatitis nicht einfach eine weitere Form des Ekzems.

Kann Zahnpasta eine periorale Dermatitis verursachen?

Zahnpasta wird im Zusammenhang mit der perioralen Dermatitis häufig genannt, weil sie regelmäßig mit der Haut um den Mund in Berührung kommt. Man sollte jedoch nicht davon ausgehen, dass Zahnpasta oder ein bestimmter Inhaltsstoff in jedem Fall verantwortlich ist.

Mögliche Reizstoffe:

  • intensive Aromen
  • Zimtderivate
  • Minze oder Menthol
  • Schaumbildner
  • Aufhellungswirkstoffe
  • Wirkstoffe gegen Zahnstein
  • Konservierungsstoffe
  • Zahnpastareste auf der Haut

Sinnvoller ist es:

  • Zahnpastaschaum nicht auf der umliegenden Haut antrocknen zu lassen,
  • den Mund nach dem Zähneputzen gründlich auszuspülen,
  • die Haut um die Lippen sanft abzuspülen und trocken zu tupfen,
  • kräftiges Reiben zu vermeiden,
  • einen vorübergehenden Wechsel der Zahnpasta mit der Zahnärztin, dem Zahnarzt oder der Dermatologin bzw. dem Dermatologen zu besprechen, wenn ein bestimmtes Produkt im Verdacht steht,
  • immer nur ein Produkt auf einmal zu wechseln.

Können Zahnbehandlungen oder Dentalmaterialien den Ausschlag auslösen?

DermNet führt Zahnpasta und Zahnfüllungen unter den möglichen Reizstoffen oder Allergenen auf, die mit periorifiziellen Ausschlägen in Verbindung stehen. Ein zeitlicher Zusammenhang beweist jedoch nicht, dass eine Füllung die Erkrankung verursacht hat.

Ein Ausschlag nach einer Zahnbehandlung kann auch zusammenhängen mit:

  • Hautkontakt mit Desinfektionsmitteln oder Dentalmaterialien,
  • Klebeband oder Schutzausrüstung,
  • Dehnung der Lippen und Kontakt mit Speichel,
  • einem neuen Mundpflegeprodukt,
  • einer irritativen oder allergischen Kontaktdermatitis,
  • einer stressbedingten Verschlechterung einer bereits bestehenden Erkrankung.

Wie wird eine periorale Dermatitis behandelt?

Die Behandlung richtet sich nach Alter, Schweregrad, einer möglichen Schwangerschaft, früherer Kortisonanwendung, der betroffenen Stelle und weiteren medizinischen Faktoren.

Eine Besserung tritt selten sofort ein. Der Ausschlag kann mehrere Wochen oder Monate brauchen, um abzuklingen, und Rückfälle sind möglich.

Die Hautpflege vereinfachen

Bei der sogenannten „Nulltherapie“ werden alle überflüssigen Gesichtsprodukte weggelassen, die die Haut reizen oder abdecken könnten.

Ärztlich kann empfohlen werden, vorübergehend auf Folgendes zu verzichten:

  • Make-up
  • reichhaltige Feuchtigkeitscremes
  • Gesichtsöle
  • Exfolianzien
  • Peelings
  • Retinoide
  • parfümierte Pflege
  • okklusive Salben
  • unnötige äußerlich angewendete Medikamente

Manche Betroffene waschen ihr Gesicht anfangs nur mit lauwarmem Wasser. Andere vertragen ein mildes, parfümfreies, seifenfreies Reinigungsprodukt. Wird eine Feuchtigkeitspflege gebraucht, ist ein leichtes, neutrales Produkt ohne unnötige Zusätze einer schweren Salbe meist vorzuziehen.

Ganz auf Sonnenschutz zu verzichten, ist nicht immer praktikabel oder ratsam. Ärztlich kann eine leichtere Gel- oder Fluidtextur empfohlen werden, die besser vertragen wird.

Kortisoncremes sicher absetzen

Topische Kortikosteroide können eine periorale Dermatitis aufrechterhalten. Das abrupte Absetzen eines starken Kortisonpräparats kann jedoch einen deutlichen Rebound-Effekt auslösen.

Das sicherste Vorgehen hängt ab von:

  • der Wirkstärke des Präparats,
  • der Anwendungsdauer,
  • dem ursprünglichen Grund für die Verordnung,
  • der behandelten Stelle,
  • dem Vorliegen einer weiteren Hauterkrankung.

Fachleute empfehlen entweder das sofortige Absetzen oder ein schrittweises Ausschleichen über ein schwächeres Präparat. In manchen Fällen wird während dieser Übergangsphase ein kortisonfreies entzündungshemmendes Mittel eingesetzt.

Ein vorübergehender Schub nach dem Absetzen sollte nicht automatisch dazu führen, das Kortison ohne ärztlichen Rat wieder anzuwenden.

Verschreibungspflichtige äußerliche Behandlungen

Leichte oder begrenzte Fälle lassen sich oft äußerlich behandeln. Infrage kommen unter anderem:

  • Metronidazol
  • Erythromycin
  • Pimecrolimus
  • Azelainsäure
  • Clindamycin

Wirksamkeit und Verträglichkeit sind unterschiedlich. Entzündete Gesichtshaut kann beim Auftragen brennen, deshalb muss die Behandlung individuell ausgewählt werden.

Behandlung mit Tabletten

Ausgedehnte, hartnäckige oder therapieresistente Fälle erfordern unter Umständen eine innerliche Behandlung. Tetrazykline wie Doxycyclin werden wegen ihrer entzündungshemmenden Wirkung häufig eingesetzt.

Die Behandlung kann mehrere Wochen dauern. Wichtig ist, sie wie verordnet zu Ende zu führen und nicht abzubrechen, sobald sich der Ausschlag bessert. Eine zu kurze Behandlungsdauer kann Rückfälle begünstigen.

Tetrazykline sind nicht für alle geeignet. Schwangerschaft, Stillzeit, Kindesalter, Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, Allergien und Vorerkrankungen beeinflussen die Wahl der Therapie. Die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt kann auf andere Medikamente ausweichen.

Antibiotika sollten niemals ohne ärztliche Verordnung und Kontrolle beschafft oder eingenommen werden.

Wie lange dauert eine periorale Dermatitis?

Die Erkrankung bessert sich oft allmählich. Leichte Fälle klingen manchmal schon ab, wenn die Auslöser gemieden werden. Hartnäckigere Ausschläge können mehrere Wochen Behandlung erfordern. Ohne wirksame Behandlung kann die periorale Dermatitis Monate oder länger bestehen bleiben.

Sobald die Haut abgeheilt ist, sollten Produkte vorsichtig wieder eingeführt werden. Wer immer nur ein Produkt auf einmal ergänzt, erkennt einen möglichen Auslöser leichter.

Faktoren, die die Heilung verzögern können:

  • fortgesetzte Kortisonanwendung im Gesicht
  • medizinisch notwendige inhalative oder nasale Kortisonpräparate
  • zu schnelle Wiedereinführung reizender Produkte
  • vorzeitiger Abbruch der verordneten Behandlung
  • Verwendung reichhaltiger oder okklusiver Produkte
  • falsche Diagnose
  • häufiger Wechsel zwischen Behandlungen

Hinterlässt eine periorale Dermatitis Narben?

Die meisten Fälle heilen ohne bleibende Narben ab. Vorübergehende Hautverfärbungen können nach Abklingen der Entzündung zurückbleiben, besonders bei dunkleren Hauttypen.

Schwere oder seltene Verlaufsformen gehen mit einem höheren Risiko für dauerhafte Verfärbungen oder Narben einher. Auch Kratzen, Ausdrücken oder wiederholtes Reizen der Hautveränderungen kann die Haut zusätzlich schädigen.

Was sollten Sie während eines Schubs vermeiden?

Wer viele Hausmittel gleichzeitig ausprobiert, kann kaum noch erkennen, was hilft und was den Ausschlag verschlimmert.

Allgemeine Empfehlungen:

  • Knötchen nicht aufkratzen, ausdrücken oder daran kratzen.
  • Nicht mehrere neue Pflegeprodukte gleichzeitig einführen.
  • Kortisoncreme nicht wiederholt auf einen unklaren Ausschlag auftragen.
  • Auf schwere Salben verzichten, sofern sie nicht ausdrücklich empfohlen wurden.
  • Reizende Säuren, Peelings und Retinoide nach ärztlichem Rat pausieren.
  • Zahnpastareste von der umliegenden Haut fernhalten.
  • Starkes Reiben mit Handtüchern oder Reinigungsgeräten vermeiden.
  • Das Gesicht vor starkem Wind und großer Hitze schützen.
  • Nur die für die gestellte Diagnose empfohlene Behandlung anwenden.

Ist eine periorale Dermatitis dasselbe wie Akne?

Nein. Die periorale Dermatitis kann der Akne ähneln, doch beide Erkrankungen unterscheiden sich im Erscheinungsbild und in der Behandlung.

Periorale Dermatitis

Akne

Meist gruppiert um Mund, Nase oder Augen

Betrifft häufig Gesicht, Brust, Schultern und Rücken

Kleine, relativ gleichförmige Knötchen

Hautveränderungen unterscheiden sich stark in Größe und Art

Mitesser (offene und geschlossene Komedonen) fehlen meist

Komedonen sind typisch

Brennen und Spannungsgefühl möglich

Druckschmerz eher bei entzündeten Stellen

Kortisoncremes können sie auslösen oder verschlimmern

Kortison ist keine typische Ursache der Acne vulgaris

Häufig schmaler freier Saum um die Lippen

Folgt meist nicht diesem Muster

Starke Aknemittel ohne gesicherte Diagnose können Trockenheit und Reizung verschlimmern. Anhaltende Gesichtsausschläge sollten daher ärztlich abgeklärt werden, bevor mehrere Wirkstoffe zum Einsatz kommen.

Wie wird eine periorale Dermatitis diagnostiziert?

Die Diagnose wird in der Regel klinisch gestellt. Eine Dermatologin, ein Dermatologe oder eine andere qualifizierte Fachperson achtet dabei auf:

  • das Aussehen der Hautveränderungen,
  • ihre Verteilung um Mund, Nase oder Augen,
  • ob der unmittelbare Lippenrand ausgespart ist,
  • aktuelle und frühere Pflegeprodukte,
  • die Anwendung äußerlicher, nasaler, inhalativer oder oraler Kortisonpräparate,
  • kürzlich neu verwendete Zahnpasta oder Kosmetika,
  • Beschwerden wie Juckreiz, Brennen, Schmerzen oder Nässen,
  • bisherige Behandlungen und wie der Ausschlag darauf reagiert hat.

Laboruntersuchungen sind in den meisten typischen Fällen nicht nötig.

Ist die Diagnose unklar, können folgende Untersuchungen hinzukommen:

  • ein bakterieller Abstrich,
  • ein Hautgeschabsel zum Ausschluss einer Pilzinfektion,
  • ein Epikutantest (Patch-Test) zum Nachweis einer allergischen Kontaktdermatitis,
  • eine Hautbiopsie bei untypischen oder hartnäckigen Verläufen.

Diese Untersuchungen bestätigen eine periorale Dermatitis nicht direkt. Sie dienen vor allem dazu, andere Erkrankungen auszuschließen.

Erkrankungen, die ähnlich aussehen können

Die richtige Diagnose ist wichtig, denn mehrere Gesichtserkrankungen erfordern eine andere Behandlung.

Erkrankung

Mögliche Unterschiede

Akne

Meist mit Mitessern, Knoten oder Zysten

Rosazea

Betrifft eher mittlere Wangen, Nase, Stirn und Kinn; Flush (anfallsartige Rötung) möglich

Allergische Kontaktdermatitis

Oft stärkerer Juckreiz, kann direkt nach Produktkontakt auftreten

Irritative Kontaktdermatitis

Häufig Brennen, Trockenheit und Reizung an der Kontaktstelle

Seborrhoisches Ekzem

Betrifft meist Kopfhaut, Augenbrauen, Nasenflügel und andere talgreiche Stellen

Lippenleckekzem

Überschreitet oft den Lippenrand und folgt dem Bereich, den die Zunge erreicht

Impetigo contagiosa (Borkenflechte)

Sich ausbreitende Wunden mit honiggelben Krusten

Ekzem

Oft wiederkehrende, juckende, trockene Haut auch an anderen Körperstellen

Lippenherpes

Meist gruppierte, schmerzhafte Bläschen statt gleichförmiger Papeln

Eine Selbstdiagnose ist schwierig, vor allem wenn der Ausschlag durch Kortisoncremes, Antibiotika, Aknemittel oder viele Pflegeprodukte verändert wurde.

Wann sollten Sie zur Dermatologin oder zum Dermatologen gehen?

Holen Sie ärztlichen Rat ein, wenn:

  • der Ausschlag anhält oder immer wiederkommt,
  • er sich um Augen oder Nase ausbreitet,
  • Kortisoncreme ihn vorübergehend bessert, er danach aber zurückkehrt,
  • die Diagnose unklar ist,
  • die Haut schmerzt, verkrustet oder nässt,
  • Sie schwanger sind, stillen oder ein Kind behandeln möchten,
  • frei verkäufliche Produkte den Ausschlag verschlimmern,
  • der Ausschlag Ihr Selbstbewusstsein oder Ihr seelisches Wohlbefinden beeinträchtigt,
  • Sie medizinisch notwendige Kortisonpräparate anwenden,
  • Augenreizungen, Lidentzündungen oder Sehstörungen auftreten.

Ein plötzlicher Gesichtsausschlag mit Atemnot, geschwollenen Lippen oder geschwollener Zunge oder anderen Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion erfordert sofortige ärztliche Hilfe (Notruf 112). Es handelt sich dabei nicht um eine typische periorale Dermatitis.

Häufige Fragen (FAQ)

Was ist die Hauptursache einer perioralen Dermatitis?

Eine einzelne, gesicherte Ursache gibt es nicht. Kortisonpräparate im Gesicht sind der am besten belegte Zusammenhang. Kosmetika, okklusive Pflege, inhalative oder nasale Kortisonpräparate, Zahnpasta, hormonelle Veränderungen und eine gestörte Hautbarriere können ebenfalls dazu beitragen.

Treffen Sie diese Entscheidung nicht, ohne zu bedenken, warum und wie lange Sie die Creme angewendet haben. Das abrupte Absetzen eines starken Kortisonpräparats im Gesicht kann einen Rebound-Schub auslösen. Ärztlich lässt sich klären, ob die Creme sofort abgesetzt oder schrittweise reduziert werden sollte.

Fluoridhaltige Zahnpasta wird bei manchen Menschen als möglicher Auslöser diskutiert, ist aber nicht in jedem Fall die Ursache. Da Fluorid vor Karies schützt, sollte jeder Wechsel mit der Zahnarztpraxis oder einer Dermatologin bzw. einem Dermatologen besprochen werden.

Manche reichhaltigen oder okklusiven Feuchtigkeitscremes können die Erkrankung verschlimmern. Ist die Haut sehr trocken, kann ärztlich ein leichtes, neutrales, parfümfreies Produkt empfohlen werden. Die Verträglichkeit ist individuell verschieden.

Kosmetika können entzündete Haut reizen oder abdecken. Eine vorübergehend vereinfachte Pflegeroutine kann helfen. Make-up sollte nach der Besserung nur vorsichtig wieder verwendet werden.

Nein. Sie wird weder durch Berührung noch durch Küssen, gemeinsames Besteck oder die Nutzung desselben Badezimmers übertragen.

Ja. Rückfälle sind möglich, besonders wenn ein Auslöser wieder verwendet oder die Behandlung zu früh beendet wird. Wiederkehrende oder therapieresistente Fälle sollten erneut untersucht werden, um die Diagnose zu bestätigen.

Ein anhaltender Ausschlag um den Mund verdient die richtige Diagnose

Die periorale Dermatitis ist gut behandelbar. Wird sie jedoch ohne Diagnose wie Akne, ein Ekzem oder eine allergische Reaktion behandelt, kann sich der Ausschlag in die Länge ziehen. Besonders trügerisch sind Kortisoncremes: Sie bringen oft eine kurzfristige Besserung, auf die ein stärkerer Schub folgt.

Ist der Ausschlag nach einem Zahnpastawechsel, einer Zahnbehandlung oder einem neuen Mundpflegeprodukt aufgetreten, erwähnen Sie den zeitlichen Zusammenhang bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Eine abgestimmte Untersuchung hilft, die periorale Dermatitis von einer Kontaktreizung oder -allergie zu unterscheiden, ohne die notwendige Mundhygiene zu gefährden.

Quellen

  1. Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG).
    https://www.derma.de
  2. DermNet. „Periorificial Dermatitis“.
    https://dermnetnz.org/topics/periorificial-dermatitis
  3. Deutsches Ärzteblatt.
    https://www.aerzteblatt.de
  4. MSD Manual – Ausgabe für Patienten. „Periorale Dermatitis“.
    https://www.msdmanuals.com/de
  5. Österreichische Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie (ÖGDV).
    https://www.oegdv.at
  6. gesund.bund.de – Bundesministerium für Gesundheit.
    https://gesund.bund.de
  7. Schweizerische Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie (SGDV).
    https://www.derma.ch
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