Kann der Körper einen Knochenaufbau im Kiefer abstoßen? Ein Knochenaufbau kann durchaus fehlschlagen. Was Patienten als „Abstoßung“ des Knochentransplantats beschreiben, ist in den meisten Fällen jedoch eine Infektion, ein Verlust von Aufbaumaterial oder eine zu geringe Neubildung von Knochen. Eine Abstoßungsreaktion, wie man sie von Organtransplantationen kennt, ist es meist nicht.
Zunächst muss die Ursache gefunden und behandelt werden. Nach der Abheilung sind ein erneuter Knochenaufbau oder eine angepasste Planung für das Zahnimplantat oft möglich. Im folgenden Artikel beleuchten wir das Thema Abstoßung beim Knochenaufbau ausführlich.
Was ist ein Knochenaufbau im Kiefer?
Mit einem Knochenaufbau lassen sich Bereiche des Kiefers wiederherstellen, die nach Zahnverlust, Parodontitis, einem Unfall oder einer Entzündung an Volumen verloren haben. Er kann vor oder während einer Implantatbehandlung empfohlen werden, um:
Je nach Größe, Lage und Material des Transplantats sowie der individuellen Heilung kann die Reifung mehrere Monate dauern. In unserem Ratgeber zum Knochenaufbau für Zahnimplantate erklären wir den allgemeinen Ablauf und welche Rolle der Eingriff beim Wiederherstellen von verlorenem Kieferknochen spielt.
Arten von Knochenaufbaumaterial
Das Material für den Knochenaufbau kann aus verschiedenen Quellen stammen:
Art des Transplantats | Herkunft |
Autologes Transplantat | Körpereigener Knochen des Patienten |
Allogenes Transplantat | Menschliches Spendergewebe |
Xenogenes Transplantat | Tierischen Ursprungs |
Alloplastisches Material | Synthetisch bzw. im Labor hergestellt |
Kann der Körper einen Knochenaufbau abstoßen?
Knochenersatzmaterialien werden speziell aufbereitet, damit der menschliche Körper sie vollständig verträgt. Eine echte Abstoßung des Knochenaufbaus ist daher in der Regel nicht der Grund für Probleme. Vielmehr kann ein Transplantat scheitern, weil es:
- nicht ausreichend durchblutet wird,
- sich infiziert,
- durch eine Öffnung im Zahnfleisch freiliegt,
- sich bewegt, bevor es stabil eingeheilt ist,
- während der Heilung Material verliert,
- schneller als erwartet abgebaut wird (Resorption),
- zu wenig neuen Knochen bildet,
- durch gesundheitliche Faktoren beeinträchtigt wird.
Können menschliches oder tierisches Material eine Abstoßung auslösen?
Knochentransplantate von menschlichen Spendern und Materialien tierischen Ursprungs werden nach medizinischen Standards für den klinischen Einsatz aufbereitet. Sie sind nicht mit der Transplantation eines lebenden Organs von einem anderen Menschen oder einem Tier vergleichbar.
Die Herkunft des Materials allein entscheidet nicht über den Erfolg der Behandlung. Die Wahl des Materials, die Operationstechnik, der Wundverschluss, die Durchblutung, die Mundhygiene und gesundheitliche Faktoren beeinflussen gemeinsam die Heilung nach dem Eingriff.
Wer bekannte Allergien, Erkrankungen des Immunsystems, persönliche Bedenken oder ernährungsbedingte bzw. religiöse Einschränkungen hat, sollte Herkunft und Zusammensetzung des Materials vor der Behandlung mit dem Zahnarzt besprechen.
Normale Heilung oder Misserfolg: Worin liegt der Unterschied?
Eine gewisse Entzündungsreaktion gehört zur normalen Wundheilung dazu, die üblichen Beschwerden sollten aber allmählich nachlassen. Werden Schmerzen, Schwellung, Ausfluss oder ein unangenehmer Geschmack schlimmer statt besser, ist so bald wie möglich eine ärztliche Kontrolle notwendig.
Häufige Begleiterscheinungen der frühen Heilung | Mögliche Warnzeichen |
Leichte bis mäßige Schwellung | Schwellung, die weiter zunimmt |
Druckempfindlichkeit rund um das Operationsgebiet | Starke oder zunehmende Schmerzen |
Leichte Blutergüsse | Eiter oder anhaltender Ausfluss |
Leichte Blutung oder blutig gefärbter Speichel | Anhaltende oder starke Blutung |
Einige sandkornartige Materialpartikel | Verlust einer großen Menge Aufbaumaterial |
Schrittweise Besserung über mehrere Tage | Beschwerden, die zunächst abklingen und dann zurückkehren |
Vorübergehende Schwierigkeiten beim Kauen in diesem Bereich | Aufgehende Wunde oder sichtbare Membran |
Anzeichen für einen gescheiterten Knochenaufbau
Ein fehlgeschlagener Knochenaufbau kann sich unmittelbar nach der Operation oder erst nach mehreren Monaten bemerkbar machen. In dieser Zeit kann das Zahnfleisch äußerlich verheilt wirken, während sich darunter weniger neuer Knochen bildet als nötig.
Mögliche Anzeichen für einen Misserfolg sind:
- starke oder zunehmende Schmerzen,
- eine Schwellung, die nach der ersten Erholungsphase wieder schlimmer wird,
- Rötung und Druckempfindlichkeit,
- Eiter, anhaltender Ausfluss oder ein unangenehmer Geschmack,
- Fieber,
- Zahnfleisch, das sich zurückzieht,
- ein freiliegendes Transplantat,
- austretende Materialpartikel,
- anhaltendes Taubheitsgefühl,
- veränderte Empfindung,
- kaum oder gar keine Zunahme des Knochenvolumens.
Warum schlägt ein Knochenaufbau fehl?
Für das Scheitern eines Knochenaufbaus gibt es selten nur eine einzige Ursache. Es können chirurgische, biologische, mechanische oder verhaltensbedingte Faktoren dahinterstecken. Zu den häufigsten Ursachen zählen:
Infektion
Bakterien können in das Operationsgebiet gelangen und die Heilung stören. Eine Infektion kann Schmerzen, Schwellungen, Ausfluss, Gewebeabbau oder den Verlust von Aufbaumaterial zur Folge haben. Deshalb sind die gründliche Reinigung und die Behandlung aktiver Erkrankungen wichtige Bestandteile der Therapieplanung.
Mangelhafte Durchblutung
Die Neubildung von Knochen hängt davon ab, dass Blutgefäße in den aufgebauten Bereich einwachsen. Defekte, Narbengewebe, frühere Operationen, eine Strahlentherapie oder geschädigtes Gewebe können die nötige Durchblutungverringern.
Aufgehende Wunde und freiliegende Membran
Das Zahnfleisch wird in der Regel über dem Transplantat verschlossen, häufig schützt zusätzlich eine Membran das Material. Öffnet sich der Schnitt, können Membran oder Aufbaumaterial zur Mundhöhle hin freiliegen. Das erhöht wiederum das Risiko einer Verunreinigung und eines Materialverlusts.
Bewegung des Implantats
In der frühen Heilungsphase braucht das Transplantat Stabilität. Bewegungen können die Bildung neuer Blutgefäße und die Verbindung zwischen Transplantat und ortsständigem Knochen stören. Druck durch das Kauen, eine herausnehmbare Prothese oder wiederholte Irritationen des Operationsgebiets können die Stabilität beeinträchtigen.
Rauchen und Dampfen
Nikotin verringert die Durchblutung und kann die Heilung von Weichgewebe und Knochen behindern. Rauchen gilt in der Oralchirurgie und Implantologie übereinstimmend als bedeutender Risikofaktor.
Unzureichend eingestellte Grunderkrankungen
Erkrankungen, die Durchblutung, Immunabwehr oder Gewebereparatur beeinträchtigen, können das Operationsrisiko erhöhen. Beispiele sind ein schlecht eingestellter Diabetes, bestimmte Immunerkrankungen sowie Erkrankungen oder Therapien, die den Knochenstoffwechsel beeinflussen.
Mangelhafte Mundhygiene oder aktive Parodontitis
Zahnbelag und eine unbehandelte Parodontitis erhöhen die bakterielle Belastung rund um die heilende Stelle. Eine bestehende Zahnfleischerkrankung sollte im Rahmen der Implantatplanung untersucht und unter Kontrolle gebracht werden.
Mechanischer Druck oder frühzeitige Belastung
Berührungen der Wunde, das Kauen harter Speisen auf dieser Seite, kräftiges Ausspülen oder eine Prothese, die auf die Stelle drückt, können das Transplantat stören.
Resorption oder unzureichende Knochenbildung
Nicht jedes Transplantat bildet genau so viel Knochen wie ursprünglich erwartet. Ein Teil des Materials kann während des Umbauprozesses abgebaut werden, sodass das verbleibende Volumen für das geplante Implantat möglicherweise nicht ausreicht.
Wer hat ein höheres Risiko für einen gescheiterten Knochenaufbau?
Patienten sollten ihrem Behandler eine vollständige Liste ihrer Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel, Erkrankungen, früheren Operationen und Allergien geben und offen über ihren Tabakkonsum sprechen. Manche Medikamente dürfen niemals ohne Rücksprache mit dem verschreibenden Arzt abgesetzt werden.
Das Risiko sollte stets individuell beurteilt werden. Folgende Faktoren können die Heilung jedoch beeinflussen:
- Rauchen oder Dampfen,
- schlecht eingestellter Diabetes,
- aktive Parodontitis,
- mangelhafte Mundhygiene,
- unbehandelte Infektion im Bereich des Knochenaufbaus,
- deutlich geschwächtes Immunsystem,
- frühere Bestrahlung im Kieferbereich,
- bestimmte Medikamente, die den Knochenumbau oder die Immunabwehr beeinflussen,
- ausgeprägte Mangelernährung,
- wiederholter Druck auf das Operationsgebiet,
- Nichtbeachtung der Verhaltensregeln nach der Operation,
- komplexe oder ausgedehnte Knochendefekte,
- bereits zuvor gescheiterter Knochenaufbau.
Was passiert, wenn ein Knochenaufbau fehlschlägt?
Die Behandlung richtet sich danach, wie schwerwiegend das Problem ist und wann es auftritt. So gehen die Partnerkliniken von One Life Dental üblicherweise vor:
1. Das Operationsgebiet wird untersucht
Der Behandler beurteilt Schmerzen, Schwellung, Wundverschluss, Ausfluss, freiliegendes Material und den Zustand des Gewebes. Zur Beurteilung des aufgebauten Bereichs können bildgebende Verfahren wie ein Röntgenbild oder eine DVT eingesetzt werden.
2. Infektion und instabiles Material werden behandelt
Der Bereich muss unter Umständen professionell gereinigt oder drainiert werden. Lockeres oder infiziertes Material wird entfernt, oder es wird ein weiterer Eingriff durchgeführt. Wenn medizinisch angezeigt, können Antibiotika verschrieben werden. Sie können jedoch nicht jede mechanische oder strukturelle Ursache eines Misserfolgs beheben.
3. Der Bereich darf ausheilen
Muss Aufbaumaterial entfernt werden, brauchen Weichgewebe und darunterliegender Knochen oft Zeit zur Regeneration, bevor ein weiterer Aufbau in Betracht gezogen wird.
4. Risikofaktoren werden angegangen
Bevor die Behandlung wiederholt wird, müssen gegebenenfalls Infektionen, Parodontitis, Rauchen, Druck durch Prothesen, die Einstellung von Grunderkrankungen oder andere begünstigende Faktoren in den Griff bekommen werden.
5. Die Implantatplanung wird überprüft
Je nach verbleibendem Knochen und Behandlungsziel kommen folgende Optionen infrage:
- Wiederholung des Knochenaufbaus mit demselben oder einem anderen Material,
- Anwendung einer anderen Augmentationstechnik,
- ein kleinerer ergänzender Knochenaufbau,
- Anpassung von Größe oder Position des Implantats,
- in geeigneten Fällen Knochenaufbau und Implantation in einem Eingriff,
- eine alternative Versorgung, falls ein vorhersagbarer Knochenaufbau nicht möglich ist.
Bedeutet ein gescheiterter Knochenaufbau, dass kein Zahnimplantat möglich ist?
Nicht unbedingt. Zahnimplantate bei Knochenschwund sind eine bewährte Behandlungsmöglichkeit. Sie benötigen lediglich genügend gesunden Knochen an der richtigen Stelle. Schlägt ein Knochenaufbau vollständig fehl oder bildet er zu wenig Knochen, muss die Implantation eventuell verschoben, angepasst oder neu überdacht werden.
Der nächste Schritt hängt davon ab,
- warum der Knochenaufbau fehlgeschlagen ist,
- ob eine Infektion vorliegt,
- wie viel gesunder Knochen noch vorhanden ist,
- wo sich der Defekt befindet und wie groß er ist,
- in welchem Zustand das Zahnfleisch ist,
- welche Größe und Position für das Implantat ursprünglich geplant waren,
- ob eine andere Augmentationsmethode umsetzbar ist,
- wie es um die Gesundheit und die Risikofaktoren des Patienten steht.
Kann ein gescheiterter Knochenaufbau wiederholt werden?
In vielen Fällen ja. Ein erneuter Knochenaufbau ist möglich, sobald Infektion und Entzündung abgeklungen sind und das Gewebe für einen weiteren Eingriff gesund genug ist.
Der Behandler kann dabei Folgendes anpassen:
- das Aufbaumaterial,
- die Art der Membran,
- die Methode der Stabilisierung,
- den Wundverschluss des Weichgewebes,
- die Größe des Transplantats,
- die Einheilzeit,
- den Zeitpunkt der Implantation,
- den Umgang mit patientenbezogenen Risikofaktoren.
Wie lange nach dem Knochenaufbau kann ein Implantat gesetzt werden?
In ausgewählten Fällen können Knochenaufbau und Zahnimplantat in einem einzigen Eingriff erfolgen. In anderen Fällen muss das Transplantat mehrere Monate ausreifen, bevor das Implantat eingesetzt wird. Nur eine klinische Untersuchung kann zeigen, ob ausreichend ausgereifter Knochen vorhanden ist.
Scheitert der erste Aufbau, verlängert sich der Zeitplan, weil zunächst die Komplikation behandelt werden und die Stelle ausheilen muss. Ein neuer Knochenaufbau benötigt anschließend wiederum eine eigene Einheilzeit, bevor implantiert werden kann.
Wie lässt sich das Risiko eines gescheiterten Knochenaufbaus senken?
Nicht jede Komplikation lässt sich verhindern, doch eine sorgfältige Planung und gute Nachsorge können vermeidbare Risiken verringern. Die Verhaltensregeln unterscheiden sich allerdings je nach Eingriff. Die Anweisungen Ihres behandelnden Zahnarztes haben immer Vorrang vor allgemeinen Informationen aus dem Internet.
Vor der Operation
- Legen Sie Ihre vollständige Krankengeschichte und Medikamentenliste vor.
- Informieren Sie den Behandler über Allergien und frühere Reaktionen auf Aufbaumaterialien.
- Lassen Sie aktive Zahn- oder Zahnfleischentzündungen behandeln.
- Sprechen Sie darüber, wie Sie mit dem Rauchen oder Dampfen aufhören können.
- Verbessern Sie gegebenenfalls Ihre Blutzuckereinstellung.
- Fragen Sie, welches Aufbaumaterial verwendet wird und warum.
- Besprechen Sie herausnehmbaren Zahnersatz, der auf die Stelle drücken könnte.
Nach der Operation
- Nehmen Sie verschriebene Medikamente genau nach Anweisung ein.
- Berühren Sie das Transplantat weder mit den Fingern noch mit der Zunge.
- Ziehen Sie nicht immer wieder an Lippe oder Wange, um die Wunde zu begutachten.
- Befolgen Sie die Anweisungen zur Reinigung von Mund und Operationsgebiet.
- Vermeiden Sie in der ersten Zeit kräftiges Ausspülen und Ausspucken.
- Essen Sie weiche Kost und kauen Sie nicht auf der operierten Seite.
- Verzichten Sie auf Rauchen und Dampfen.
- Schränken Sie körperliche Anstrengung für den empfohlenen Zeitraum ein.
- Nehmen Sie alle Kontrolltermine wahr.
- Melden Sie sich bei zunehmenden Beschwerden, statt abzuwarten, bis sie schlimm werden.
Wann sollten Sie Ihren Zahnarzt kontaktieren?
Eine rasch zunehmende Schwellung im Gesicht, Schluckbeschwerden oder Atemnot erfordern sofortige ärztliche oder zahnärztliche Hilfe. In Deutschland erreichen Sie diese über den Notruf 112 oder den zahnärztlichen Notdienst.
Wenden Sie sich an Ihr Praxisteam, wenn Sie Folgendes bemerken:
- Schmerzen oder Schwellung, die schlimmer statt besser werden,
- Eiter, anhaltenden Ausfluss oder einen starken, unangenehmen Geschmack,
- Fieber oder allgemeines Krankheitsgefühl,
- starke oder anhaltende Blutung,
- eine sich öffnende Operationswunde,
- sichtbares Aufbaumaterial oder eine freiliegende Membran,
- Verlust einer größeren Menge an Materialpartikeln,
- anhaltendes Taubheitsgefühl,
- Druck durch eine Prothese oder ein Provisorium,
- jedes Symptom, das Sie während der Heilung beunruhigt.
Häufig gestellte Fragen
Kann der Körper einen Knochenaufbau abstoßen?
Ein Misserfolg beim Knochenaufbau ist möglich, entspricht aber nur selten einer Abstoßung wie bei einer Organtransplantation. Infektionen, mangelnde Durchblutung, Bewegung des Transplantats, eine aufgehende Wunde, Materialverlust oder unzureichende Knochenbildung sind deutlich häufigere Erklärungen.
Woran erkenne ich, dass mein Knochenaufbau gut verheilt?
Schmerzen und Schwellung sollten in der Regel nachlassen, und das Zahnfleisch sollte sich allmählich über der Stelle schließen. Ob sich ausreichend neuer Knochen bildet, lässt sich nicht immer von außen beurteilen. Daher können Nachuntersuchungen und Röntgenaufnahmen notwendig sein.
Ist es normal, dass Partikel des Knochenaufbaus herausfallen?
Einige kleine, sandkornartige Partikel können in der frühen Heilungsphase austreten und sind nicht zwangsläufig ein Zeichen für einen Misserfolg. Der Verlust einer größeren Menge sollte jedoch gemeldet werden, vor allem zusammen mit Schmerzen, Blutung, Schwellung oder einer aufgehenden Wunde.
Lässt sich ein infizierter Knochenaufbau retten?
Manche Komplikationen lassen sich behandeln, ohne dass das gesamte Transplantat verloren geht, insbesondere wenn sie früh erkannt werden. In anderen Fällen ist eine teilweise oder vollständige Entfernung nötig. Die Entscheidung hängt vom Ausmaß der Infektion, der Stabilität des Transplantats, dem Zustand des Gewebes und dem Zeitpunkt ab.
Wie bald kann ein gescheiterter Knochenaufbau wiederholt werden?
Eine feste Wartezeit gibt es nicht. Zunächst müssen Infektion und Entzündung abheilen, und das Gewebe muss für einen weiteren Eingriff geeignet sein. Den richtigen Zeitpunkt legt der Behandler anhand von Untersuchung und Bildgebung fest.
Verhindert ein gescheiterter Knochenaufbau, dass ich Zahnimplantate bekomme?
Nicht unbedingt. Bei vielen Patienten ist ein erneuter Knochenaufbau oder ein angepasster Behandlungsplan möglich. Die Implantation wird dann gegebenenfalls verschoben, bis sich ausreichend gesunder Knochen gebildet hat.
Ist eine Schwellung ein Zeichen dafür, dass der Knochenaufbau abgestoßen wurde?
Schwellungen sind in der frühen Heilungsphase üblich. Nimmt eine Schwellung jedoch zu, kehrt sie zurück oder tritt sie zusammen mit starken Schmerzen, Eiter, Fieber oder einer aufgehenden Wunde auf, kann dies auf eine Komplikation hindeuten und sollte untersucht werden.
Quellen
- DGI, DGZMK: S2k-Leitlinie „Implantologische Indikationen für die Anwendung von Knochenersatzmaterialien“, AWMF-Registernummer 083-009.
https://register.awmf.org/assets/guidelines/083-009l_S2K_Implantologische-Indikationen-Anwendung-Knochenersatzmaterialien_2020-11.pdf - Sanz-Sánchez I, Sanz-Martín I, Ortiz-Vigón A, Molina A, Sanz M. „Complications in Bone-Grafting Procedures: Classification and Management.“ Periodontology 2000.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35103322/ - Zhao R, Yang R, Cooper PR, Khurshid Z, Shavandi A, Ratnayake J. „Bone Grafts and Substitutes in Dentistry: A Review of Current Trends and Developments.“ Molecules.
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC8158510/ - Zahngesundheit online. „Kieferknochenaufbau (Kieferknochenaugmentation)“.
https://www.zahngesundheit-online.com/Implantologie/Kieferknochenaufbau/Kieferknochenaugmentation