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Alles über den Kreuzbiss: Ursachen, Arten und Behandlungsmöglichkeiten

Top-down view of a metal palatal expander fitted on a dental model of an upper jaw, demonstrating orthodontic treatment for a crossbite.

Index

Ein Kreuzbiss ist eine Form der Zahnfehlstellung, fachsprachlich Malokklusion, bei der obere und untere Zähne seitlich nicht korrekt aufeinandertreffen. Beim Zubeißen liegen also ein oder mehrere obere Zähne innerhalb der unteren.

Der Kreuzbiss ist eine Entwicklungsstörung: Er bildet sich, während Kiefer und Zähne noch wachsen, meist schon im frühen Kindesalter. Bei Erwachsenen tritt er in der Regel nicht plötzlich auf, auch wenn Zahnverlust oder ein Unfall am Kiefer den Biss später noch verschieben können. Da sich ein Kreuzbiss so gut wie nie von allein korrigiert, bleibt er außerdem häufig unbehandelt bis ins Erwachsenenalter bestehen.

Kreuzbiss im Vergleich zu Tiefbiss, Vorbiss, offenem Biss und Overjet

Kreuzbiss, Tiefbiss, Overjet, Vorbiss und offener Biss sind allesamt Formen der Malokklusion, also miteinander verwandt, aber keineswegs austauschbar:

Art der Malokklusion

Was dabei passiert

Kreuzbiss

Ein oder mehrere obere Zähne liegen innerhalb statt außerhalb der unteren Zähne

Tiefbiss

Die oberen Schneidezähne überdecken die unteren senkrecht zu stark

Overjet

Die oberen Schneidezähne stehen waagerecht zu weit vor den unteren

Vorbiss

Die unteren Schneidezähne liegen vor den oberen

Offener Biss

Obere und untere Frontzähne berühren sich beim Zubeißen nicht

Arten des Kreuzbisses: So teilen Kieferorthopäden ihn ein

Um einen Kreuzbiss genau einzuordnen, betrachten Kieferorthopäden Ursprung, Lage und Ausmaß. Zusammen ergeben diese Ebenen ein vollständiges Bild. Die Bezeichnung „dentaler, einseitiger Seitenzahnkreuzbiss“ verrät dem Behandler zum Beispiel sowohl die Ursache als auch die Stelle, an der die Therapie ansetzen muss.

1. Dentaler und skelettaler Kreuzbiss

Beim dentalen Kreuzbiss sind einzelne Zähne gekippt oder verschoben. Er spricht in der Regel gut auf eine feste Zahnspange oder auf Aligner an. Beim skelettalen Kreuzbiss liegt die Ursache in den Kieferknochen selbst: ein zu schmaler Oberkiefer oder ein zu breiter beziehungsweise zu weit vorstehender Unterkiefer. Hier braucht es bei Kindern eine gezielte Wachstumslenkung, bei Erwachsenen häufig einen chirurgischen Eingriff.

2. Nach Lage: Frontzahn- und Seitenzahnkreuzbiss

Ein Frontzahnkreuzbiss betrifft die vorderen Zähne, die oberen Schneidezähne beißen hinter den unteren zu. Der Seitenzahnkreuzbiss betrifft die hinteren Zähne und ist die mit Abstand häufigste Form: Die oberen Prämolaren und Molaren beißen innerhalb der unteren.

3. Nach Ausmaß: einseitig, beidseitig und einzelner Zahn

  • Einseitig: nur eine Seite betroffen, die häufigste Variante
  • Beidseitig: symmetrisch auf beiden Seiten, in ausgeprägter Form „Scherenbiss“ genannt
  • Einzelzahn: nur ein Zahn steht falsch, meist am einfachsten zu korrigieren

Wie häufig ist ein Kreuzbiss?

Der Kreuzbiss zählt zur großen Gruppe der Malokklusionen, von denen nach manchen Schätzungen mehr als die Hälfte aller Menschen weltweit betroffen ist. Diese Zahl beschreibt allerdings Zahnfehlstellungen insgesamt und nicht speziell den Kreuzbiss. Belastbare Daten zu Unterschieden zwischen den Geschlechtern sind widersprüchlich, deshalb verzichten wir hier auf eine ungesicherte Aufteilung.

  • Bei Kindern zwischen 3 und 12 Jahren wird der Seitenzahnkreuzbiss auf 5 bis 8 Prozent geschätzt (Bell und Kiebach, 2014).
  • Breiter gefasste Schätzungen gehen von 7 bis 23 Prozent der Bevölkerung aus.
  • Innerhalb der Seitenzahnkreuzbisse entfallen 80 bis 97 Prozent auf die einseitige Form.

Was verursacht einen Kreuzbiss?

Eine gesicherte Quelle, die die Fälle prozentgenau nach Ursache aufschlüsselt, gibt es nicht. Die Genetik gehört zu den wichtigsten Einflussfaktoren, wirkt dabei aber meist mit strukturellen und verhaltensbedingten Ursachen zusammen, statt allein zu entstehen. Ein Kreuzbiss entwickelt sich aus einer Mischung genetischer, struktureller und verhaltensbedingter Faktoren, die in der Regel gemeinsam auftreten.

Häufige Ursache

Kategorie

Wie sie sich auswirkt

Vererbtes Missverhältnis von Kiefer- und Zahngröße

Genetisch

Eltern geben Kiefer- und Zahnformen weiter, die nicht zueinander passen

Lippen-Kiefer-Gaumenspalte

Genetisch/strukturell

Beeinträchtigt die Entwicklung von Oberkiefer und Zahnbogen

Zu lange verbleibende Milchzähne

Dental

Blockieren den bleibenden Zahn und drängen ihn in die falsche Position

Überzählige Zähne

Dental

Führen zu Engstand und schieben Zähne aus der Reihe

Langes Daumenlutschen oder Schnullern über das vierte Lebensjahr hinaus

Verhaltensbedingt

Dauerhafter Druck verschmälert den Oberkieferbogen

Chronische Mundatmung 

Verhaltensbedingt/funktionell

Steht in Zusammenhang mit veränderter Zungenlage und schmalerem Gaumen

Risikofaktoren, die einen Kreuzbiss begünstigen

  • Kreuzbiss oder schmaler Gaumen in der Familie
  • Dauerhaft behinderte Nasenatmung durch Allergien oder vergrößerte Mandeln und Polypen, die zur Mundatmung führt
  • Früher Verlust von Milchzähnen
  • Sauggewohnheiten ohne Nahrungsaufnahme über das dritte oder vierte Lebensjahr hinaus

Welche Risiken bestehen, wenn ein Kreuzbiss unbehandelt bleibt?

Schätzungen zufolge korrigieren sich nur 0 bis 9 Prozent aller Kreuzbisse ohne Behandlung von selbst. Je früher der Kreuzbiss angegangen wird, desto einfacher fällt die Korrektur in der Regel aus. Bleibt er unbehandelt, kann das folgende Komplikationen nach sich ziehen:

  • Gesichtsasymmetrie, weil der Kiefer zum Ausgleich seitlich ausweicht, die sogenannte „Zwangsführung“
  • Ungleichmäßiger oder beschleunigter Abrieb der Zähne
  • Zahnfleischrückgang und Knochenabbau auf der betroffenen Seite
  • Beschwerden im **Kiefergelenk (CMD)**, wobei die Forschung hier einen Zusammenhang zeigt, keine bewiesene Ursache-Wirkung-Beziehung
  • In manchen Fällen Sprachschwierigkeiten

Anzeichen und Symptome eines Kreuzbisses

Ein Kreuzbiss verursacht oft keine spürbaren Beschwerden. Genau deshalb fällt er meist zuerst beim Zahnarzt auf.

Woran Sie einen Kreuzbiss erkennen

  • Obere Zähne liegen beim Zubeißen innerhalb der unteren
  • Der Kiefer weicht beim Schließen zu einer Seite aus
  • Ungleichmäßig abgenutzte Zähne
  • Sichtbar asymmetrische Kieferpartie, vor allem bei Kindern

Beschwerden, die Betroffene häufig schildern

  • Schwierigkeiten oder Unbehagen beim Kauen
  • Muskelkater im Kiefer, Knacken oder Reiben im Gelenk
  • Häufiges Beißen auf die Wangenschleimhaut
  • Mundatmung oder verändertes Sprechen
  • Gelegentliche Kopfschmerzen durch Verspannungen im Kiefer

Wie wird ein Kreuzbiss diagnostiziert?

Am Anfang steht die klinische Untersuchung: Wie treffen die Zähne aufeinander, weicht der Kiefer beim Zubeißen aus, ist das Gesicht symmetrisch? Um einen dentalen von einem skelettalen Kreuzbiss zu unterscheiden, kommen zusätzlich Abdrücke oder digitale Scans, Fotos und Röntgenaufnahmen zum Einsatz, darunter das Fernröntgenseitenbild. Besteht der Verdacht auf eine Zwangsführung, kann eine Aufbissschiene die tatsächliche Ruhelage des Kiefers sichtbar machen, bevor über die Therapie entschieden wird.

Prognose: Warum Früherkennung so wichtig ist

Fachgesellschaften wie die Deutsche Gesellschaft für Kieferorthopädie empfehlen eine erste kieferorthopädische Kontrolle im Alter von etwa sieben Jahren, also bevor die Gaumennaht verknöchert. Apparaturen wie die Gaumennahterweiterung können das Wachstum dann noch lenken und korrigierten in der Vergangenheit rund die Hälfte der Fälle, ohne dass ein weiterer Eingriff nötig wurde. Ist das Kieferwachstum abgeschlossen, wirkt die Behandlung zwar weiterhin, dauert aber länger, und skelettale Fälle erfordern unter Umständen eine Operation.

Komplikationen je nach Art des Kreuzbisses

  • Frontzahnkreuzbiss: starker Abrieb, Absplitterungen oder Zahnfleischrückgang am betroffenen Zahn; sind mehrere Zähne beteiligt, kann er das Kieferwachstum beeinflussen
  • Einseitiger Seitenzahnkreuzbiss: verbunden mit einer Zwangsführung des Unterkiefers, dem Hauptauslöser für Gesichtsasymmetrien
  • Beidseitiger Seitenzahnkreuzbiss (Scherenbiss): keine Zwangsführung, dafür ungleichmäßiges Kauen und Wangenbeißen über den gesamten Zahnbogen
  • Skelettaler Kreuzbiss: die stärksten langfristigen Auswirkungen auf die Gesichtsharmonie, unbehandelt am ehesten operationsbedürftig

Lässt sich ein Kreuzbiss verhindern?

Viele Kreuzbisse haben genetische oder strukturelle Wurzeln und lassen sich nicht vollständig vermeiden. Bestimmte Risikofaktoren können Sie jedoch beeinflussen:

  • Daumenlutschen und Schnuller bis zum dritten oder vierten Lebensjahr abgewöhnen
  • Chronische Mundatmung frühzeitig behandeln lassen
  • Den Milchzahnwechsel im Blick behalten
  • Die erste kieferorthopädische Kontrolle rund um das siebte Lebensjahr wahrnehmen

Eine Garantie gibt es nicht, doch wer früh hinschaut, gibt dem Gebiss des Kindes die besten Voraussetzungen für eine normale Entwicklung.

Kreuzbiss bei Kindern behandeln

Bei Kindern zielt die Behandlung darauf ab, das Wachstum zu lenken, solange der Kiefer sich noch entwickelt. Häufig eingesetzte Apparaturen sind:

  • Gaumennahterweiterung (forcierte Oberkiefererweiterung, GNE), um einen schmalen Oberkiefer zu verbreitern
  • Quadhelix oder Coffin-Feder als sanftere Alternativen bei leichteren Fällen
  • Fingerfedern zur Korrektur eines einzelnen fehlstehenden Zahns
  • Feste Zahnspange mit Kreuzgummizügen, wenn mehrere Zähne betroffen sind
  • Delaire-Maske, wenn der Frontzahnkreuzbiss auf einem skelettal nach vorn wachsenden Unterkiefer beruht

Der Zeitpunkt macht den Unterschied: Die Gaumennaht beginnt im mittleren Teenageralter zu verknöchern. Das ist einer der Gründe, warum eine frühe Behandlung, idealerweise zwischen sieben und zehn Jahren, meist einfacher und schneller verläuft.

Kreuzbiss bei Jugendlichen und Erwachsenen behandeln

Ist das Kieferwachstum ganz oder weitgehend abgeschlossen, lassen sich dentale Kreuzbisse nach wie vor zuverlässig mit fester Zahnspange oder transparenten Alignern korrigieren, es dauert nur meist länger als bei einem wachsenden Kind. Bei skelettalen Kreuzbissen von Erwachsenen, deren Gaumennaht bereits verknöchert ist, kann eine chirurgisch unterstützte Gaumennahterweiterung (SARPE) zum Einsatz kommen: Ein kleiner Eingriff bereitet die Erweiterung des Kiefers vor, danach folgt die kieferorthopädische Behandlung.

Wann ist eine Kieferoperation nötig?

Eine vollständige orthognathe Operation, also eine Umstellungsosteotomie des Kiefers, bleibt in der Regel Erwachsenen mit einer deutlichen skelettalen Abweichung vorbehalten, die sich mit Zahnspange oder Dehnung allein nicht auflösen lässt. Sie wird mit einer kieferorthopädischen Behandlung vor und nach dem Eingriff kombiniert, und der gesamte Ablauf einschließlich der Nachbehandlung nimmt sechs Monate oder mehr in Anspruch.

Unabhängig vom Alter gilt: Wer die Kontrolltermine und die vorgegebenen Tragezeiten konsequent einhält, beeinflusst spürbar, wie reibungslos und wie schnell die Behandlung verläuft.

Und mit dem Entfernen der Apparatur ist es nicht getan: Die meisten Patientinnen und Patienten tragen anschließend eine Zeit lang einen Retainer, denn ein korrigierter Biss kann ohne Stabilisierung zurückwandern. Ein Kreuzbiss, dessen Korrektur Monate gedauert hat, kann innerhalb weniger Wochen wieder rückfällig werden, wenn die Retention ausbleibt.

Die Habsburger Unterlippe: ein berühmter Fall von Kieferfehlstellung

Das wohl am besten dokumentierte Beispiel einer vererbten Kieferfehlstellung ist kein Prominenter, sondern eine ganze Herrscherdynastie. Der sogenannte „Habsburger Kiefer“, fachlich eine mandibuläre Prognathie und damit ein skelettales Muster der Klasse III mit vorstehendem Unterkiefer, trat in der Familie Habsburg erstmals bei Maximilian I. von Österreich im 15. Jahrhundert auf und erreichte bei Kaiser Karl V. eine seiner ausgeprägtesten Formen. Überlieferungen zufolge beeinträchtigte sein Biss sogar das Sprechen.

Zur Genauigkeit: Der Habsburger Kiefer gilt als Prognathie und nicht als Kreuzbiss im engeren Sinne. Beide hängen allerdings eng zusammen, denn ein nach vorn ragender Unterkiefer bringt sehr oft auch einen Frontzahnkreuzbiss mit sich. Eine Stammbaumanalyse aus dem Jahr 2020, die 409 Mitglieder aus 13 verwandten Herrscherhäusern umfasste, kam zu dem Ergebnis, dass das Merkmal autosomal-dominant vererbt wurde. Dass die Habsburger bevorzugt innerhalb der eigenen Familie heirateten, dürfte dafür gesorgt haben, dass es sich über mehr als zwei Jahrhunderte hielt. Ein eindrucksvoller Beleg dafür, wie stark die Genetik den Kiefer prägen kann, also genau jener erbliche Einfluss, von dem weiter oben in diesem Ratgeber die Rede war.

Was kostet die Behandlung eines Kreuzbisses?

Die Kosten hängen stark davon ab, wie ausgeprägt der Kreuzbiss ist, welche Apparatur nötig wird und ob ein chirurgischer Eingriff dazukommt. Die folgenden Angaben sind daher allgemeine Spannen und kein Kostenvoranschlag für einen konkreten Fall:

Land

Übliche Kostenspanne

Hinweise

Deutschland

Gesetzliche Krankenkasse: Grundversorgung für Versicherte unter 18 Jahren ab KIG-Stufe 3; privat rund 2.000 bis 8.000 Euro je nach Apparatur, Ratenzahlung häufig ab 80 bis 300 Euro monatlich

Bei Erwachsenen zahlt die GKV nur in Ausnahmefällen, etwa bei schweren Kieferanomalien mit chirurgischem Eingriff

Österreich

„Gratis-Zahnspange“ für Kinder und Jugendliche unter 18 bei IOTN-Stufe 4 oder 5; privat rund 1.750 Euro je Behandlungsjahr für abnehmbare Apparaturen und etwa 8.400 Euro für eine festsitzende Gesamtbehandlung

Richtwerte nach dem Autonomen Honorar-Richtlinien-Katalog der Zahnärztekammer, keine verbindlichen Preise

Schweiz

Etwa 3.200 bis 12.700 Euro (rund 3.000 bis 12.000 Franken), umgerechnet zum aktuellen Kurs von etwa 1,06 Euro je Franken

Die Grundversicherung übernimmt Zahnspangen nicht; nur Zusatzversicherungen beteiligen sich an den Kosten

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Häufige Fragen

Lässt sich ein Kreuzbiss ohne feste Zahnspange korrigieren?

In manchen Fällen ja. Leichte Kreuzbisse oder solche, die nur einen Zahn betreffen, lassen sich mitunter mit transparenten Alignern oder einer einfachen herausnehmbaren Apparatur beheben, besonders bei Kindern im Wachstum. Aufwendigere Fälle, vor allem skelettale Kreuzbisse oder solche über mehrere Zähne, brauchen in aller Regel eine feste Zahnspange. Bei ausgeprägten Befunden im Erwachsenenalter kann zusätzlich eine Operation nötig sein.

Ja. Ein Kreuzbiss lässt sich in jedem Alter korrigieren. Dentale Kreuzbisse sprechen bei Erwachsenen genauso gut auf feste Zahnspangen oder Aligner an wie bei Kindern. Skelettale Kreuzbisse erfordern gegebenenfalls chirurgische Unterstützung wie eine SARPE oder eine Kieferoperation, weil der Knochen nicht mehr wächst.

Die Genetik zählt zu den wichtigsten Einflussfaktoren, vererbte Missverhältnisse zwischen Kiefer- und Zahngröße sind eine häufige Ursache. Meist entsteht ein Kreuzbiss allerdings aus dem Zusammenspiel genetischer, struktureller und verhaltensbedingter Einflüsse und nicht aus der Vererbung allein.

Von allein bessert er sich jedenfalls nicht zuverlässig: Studien zufolge korrigieren sich lediglich 0 bis 9 Prozent der Kreuzbisse selbst. Unbehandelt kann er zu ungleichmäßigem Zahnabrieb, einer asymmetrischen Kieferpartie und den weiteren oben beschriebenen Komplikationen beitragen.

Das hängt von Art und Schweregrad ab. Mit Gummizügen allein sind mitunter schon drei bis vier Monate ausreichend, eine Gaumennahterweiterung dauert meist sechs bis zwölf Monate. Eine vollständige Behandlung mit fester Zahnspange oder Alignern kann sechs Monate bis zwei Jahre oder länger beanspruchen, bei chirurgischen Fällen kommen Heilung und kieferorthopädische Nachbehandlung hinzu.

In der Regel nicht. Die meisten spüren nach dem Einsetzen oder Nachstellen einer Apparatur einige Tage lang einen leichten Druck oder ein Ziehen, vergleichbar mit dem üblichen Gefühl bei einer Zahnspange. Ist eine Operation nötig, folgt darauf die übliche Genesungsphase, die das chirurgische Team begleitet. Halten die Beschwerden länger als ein paar Tage an oder sind sie stark, sollten Sie Ihre Praxis kontaktieren.

Quellen

  • Posterior Crossbite, StatPearls, National Library of Medicine
  • Kreuzbiss, Wikipedia
  • Empfehlungen zur kieferorthopädischen Früherkennung, Deutsche Gesellschaft für Kieferorthopädie
  • A Royal Family Heritage: The Habsburg Jaw, ENTtoday
  • Kieferorthopädische Indikationsgruppen (KIG), Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung
  • Zahnspange: Kosten und Behandlung, Helsana
  • Zahnspange Kosten in Österreich, Richtwerte nach AHR
  • Malokklusion: Ursachen und Behandlung
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